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geschichte

Geschichte des
Fischereihafens
Geschichte des Fischereihafens in Bremerhaven

Geschichte

Der Fischereihafen ist seit 1971 ein eigenständiger Stadtteil der Stadt Bremerhaven. Seinen Beginn nahm die erste Heimstätte der deutschen Hochseefischerei als Anlegestelle an der Geestekaje – genau an der Stelle, an der heute das historische Museum zu finden ist. Der ortsansässige Fischmarkt wurde zu dieser Zeit vor allem von deutschen, niederländischen, englischen und dänischen Fischern beliefert. Diese liefen zunächst auf vergleichsweise schwerfälligen Segelkuttern zum Fischfang aus und waren auf diesen sämtlichen klimatischen Widrigkeiten ausgesetzt, was die Hochseefischerei zu einem lohnenden, aber auch risikoreichen Geschäft machte. Mit der Entwicklung des Dampfantriebs blühte die Hochseefischerei weiter auf und der Hafen wuchs langsam zu einem bedeutenden Industriestandort. Bereits 1853 begann die Tecklenborgwerft auf der Geestemünder Seite mit dem Bau eines Trockendocks, das zwei Jahre später (1855) als „König-Georg-Dock“ eingeweiht wurde.

Die Sagitta

Im Jahr 1885 wurde die Sagitta – der erste deutsche Hochseefischdampfer - vom Geestemünder Reedereiinhaber und Fischgroßhändler Friedrich Busse in Dienst gestellt. Wenngleich die Löschung des Schiffs noch im westlichen Bereich des Alten Hafens stattfand, kennzeichnete ihr Stapellauf den Beginn eines industriellen Strukturwandels und im Jahr 1888 konnte in Geestemünde die erste Fischauktion stattfinden. Da die bis dahin üblichen Fangnetze keine Ertragssteigerung erlaubten, wurden zusätzlich englische Schleppnetze eingeführt. Mit diesen konnte der Ertrag deutlich gesteigert werden. In der Folge gab es viele Nachbauten der Sagitta und die Anlandungen vervielfachten sich. Bereits 1891 wurde dieser erste Hafen von etwa 2.800 Schiffen angefahren. Beheimatete Fischfangschiffe trugen die Kennzeichnung „PG“ - die Abkürzung für „Preußisches Geestemünde“. Zudem konnten bereits seit dieser Zeit die ersten Fischdampfer vor Island eingesetzt werden. Diese Entwicklung erforderte eine Erweiterung des Hafens und der Werften.

Historie des Bremerhavener Fischereihafens

Entwicklung der Hafens bis zum
Ende des 1. Weltkriegs (1919)

Im Jahr 1885 wurde die Sagitta – der erste deutsche Hochseefischdampfer - vom Geestemünder Reedereiinhaber und Fischgroßhändler Friedrich Busse in Dienst gestellt. Wenngleich die Löschung des Schiffs noch im westlichen Bereich des Alten Hafens stattfand, kennzeichnete ihr Stapellauf den Beginn eines industriellen Strukturwandels und im Jahr 1888 konnte in Geestemünde die erste Fischauktion stattfinden. Da die bis dahin üblichen Fangnetze keine Ertragssteigerung erlaubten, wurden zusätzlich englische Schleppnetze eingeführt. Mit diesen konnte der Ertrag deutlich gesteigert werden. In der Folge gab es viele Nachbauten der Sagitta und die Anlandungen vervielfachten sich. Bereits 1891 wurde dieser erste Hafen von etwa 2.800 Schiffen angefahren. Beheimatete Fischfangschiffe trugen die Kennzeichnung „PG“ - die Abkürzung für „Preußisches Geestemünde“. Zudem konnten bereits seit dieser Zeit die ersten Fischdampfer vor Island eingesetzt werden. Diese Entwicklung erforderte eine Erweiterung des Hafens und der Werften.

Entwicklung nach dem Ersten
Weltkrieg bis Ende des Zweiten Weltkriegs

Infolge des ersten Weltkriegs wurde der Zugang zu den Fanggebieten beschränkt. Zudem gingen eine Reihe der im Seekrieg eingesetzten Fischfangschiffe verloren. Der Nahrungsmittelmangel nach Kriegsende sorgte allerdings für einen direkten Wiederaufstieg der Hochseefischerei. 1919 wurde das Institut für Seefischerei – das heutige Alfred-Wegener-Institut – gegründet. Im Jahr 1920 wurde Wulsdorf eingemeindet und gehörte ab diesem Zeitpunkt zu Geestemünde. Dies erlaubte eine Erweiterung des Hafens, weshalb zwischen 1921 und 1925 der Fischereihafen II mit einer Gesamtfläche von über 500 Hektar gebaut wurde. Um dies realisieren zu können, wurde die Alte Weser von der Weser getrennt und die Flussinsel Luneplate in Festland umgewandelt. Da der Hafen bis dahin tideabhängig war, wurde zunächst eine Doppelschleuse und erst anschließend das Hafenbecken gebaut. Mit dem Bau eines neuen Seedeichs wurde der Ausbau des Hafens abgeschlossen. Im Jahr 1922 konnte die erste Fischereimesse auf dem Hafengelände stattfinden. Die Flotte des Geestemünder Hafens wuchs bis 1924 auf 155 Fischdampfer an. 1930 wurde ein Verbindungskanal zwischen dem Fischerei- und Handelshafen fertiggestellt. In den Krisenjahren (1920er und 30er Jahren) versorgen bis zu 45 Züge Sonderzüge wöchentlich das Binnenland mit Fisch.

Ab 1935 nahm der Walfang zu, was zur Gründung der Ersten Deutschen Walfang-AG und dem Bau der weltweit drittgrößten Walfangflotte mit sieben Mutterschiffen und insgesamt 56 Fangdampfern bis 1939 führte. Nachdem bereits zwischen 1926 bis 1928 die zehnte Auktionshalle (Auktionshalle X) fertiggestellt wurde, schloss sich 1937 die elfte (Auktionshalle XI). 1930 einigten sich die Geestemünder und Bremerhavener auf eine gemeinschaftliche Verwaltung ihrer Fischereihäfen und gründeten die Fischereihafen-Wesermünde-Bremerhaven-GmbH. Die Bremerhavener Stadt gab dafür bis 1935 die Fischwirtschaft im Alten Hafen auf. 1938 war der gemeinschaftlich bewirtschaftete Hafen mit insgesamt 21 Reedereien, 193 Fischdampfern und 280.000 Tonnen Fisch, der von 194 Fischgroßhändlern und 56 Fischfabriken verarbeitet wurde, der wichtigste europäische Hafen. Mit Kriegsbeginn verlor der Fischfang an Bedeutung und die Fischdampfer wurden zum Teil in den Vorpostenbootflottillen im Seekrieg eingesetzt. Der Hafen wurde im Juni 1944 durch Luftangriffe stark beschädigt.

Geschichte des Fischereihafen Bremerhaven

Entwicklung nach dem Ersten
Weltkrieg bis Ende des Zweiten Weltkriegs

Nach dem Krieg – ab 1946 – war es Deutschland wieder erlaubt, Fangschiffe zu bauen. Ab dem Jahr 1949 konnten wieder Fischauktionen stattfinden. Die Fischfangindustrie boomte nach dem Krieg, da mit Fisch relativ rasch die Nahrungsmittelknappheit bekämpft werden konnte. Ende 1949 konnten bereits 23,5 Tonnen Fisch täglich gelöscht werden und der Bremerhavener Hafen etablierte sich zum größten Seefischmarkt Europas. Die insgesamt 118 Fischdampfer machten knapp über 50 Prozent der deutschen Fischereiflotte aus. Auch die Deutsche Fischereimesse konnte wieder stattfinden.

Der Hafen im Wandel

Ab 1956 ging die deutsche Hochseefischerei langsam zurück. Der Einsatz der Gefriertechnik auf den Fangschiffen ab 1965 ermöglichte die Fernfischerei. Zudem konnten Abkommen mit Island abgeschlossen werden, die die Fangmengen in isländischen Gewässern regelten. Auch die Fangschiffe veränderten sich und wurden vom Seitentrawler auf Heckfänger umgestellt So waren 1967 nur noch 85 Seitenfänger im Hafen beheimatet. Dennoch gingen die Fangmengen aufgrund des begrenzten Fischbestands langsam zurück und die Anlandungen der Fischfangschiffe reduzierten sich allmählich. Mit der Einführung der Fabrikschiffe nahm die Bedeutung des Hafens deutlich ab, zusätzlich wanderten einige Reedereien nach Cuxhaven ab. Der gerade erst mit Strom ausgestattete Güter- und Fischbahnhof wurde kaum genutzt und ab 1976 wieder abgebaut. 1979 schloss das Seemannsheim seine Pforten.
 
In der Folge fand ein Wechsel statt: Fisch wurde zum größten Teil nicht mehr gelöscht, sondern zur Weiterverarbeitung und für den Handel angeliefert. Auch heute noch ist Bremerhaven der bedeutendste Hafen Deutschlands, weshalb die Stadt häufig als „Fishtown“ bezeichnet wird. Im Jahr 2008 war das eigentliche Hafengebiet etwa 450 Hektar groß und von etwa 150 Hektar Wasserfläche umgeben. 2010 wurden Luneplate und Reithufer in den Stadtteil eingegliedert, der dadurch noch einmal um 1506 Hektar wuchs.